Scanner unter Linux

Scanner unter Linux zu verwenden ist noch immer ein reizvolles Thema:

  • Kaum ein Hersteller unterstützt Linux direkt
  • Es gibt viele verschiedene Scanner mit sehr unterschiedlichem Hardware-Aufbau
  • Informationen zur Hardware werden oft vom Hersteller geheimgehalten
  • Es existieren verschiedene Anschlussarten (USB, SCSI, Parallelport, eigene Interfaces,…)

Auf dieser Seite sind einige Hintergründe und Tipps zusammengefaßt, wie Sie trotzdem Spass mit einem Scanner unter Linux haben können.

Ansteuerung

Das Ansteuern eines Scanners unter Linux geschieht nur auf Ebene des Anschlusses durch Kernelfunktionen (also z.B. usb- Module). Die Kommunikation über diesen Anschluss geschieht durch Programme auf Anwenderebene. Mittlerweile wird fast ausschliesslich SANE verwendet. Diese Software ist modular aufgebaut und unterscheidet einen Backend-Bereich mit den eigentlichen Scanner-Treibern und einen Frontend- Bereich mit den Benutzerprogrammen zum Scannen.
SANE ist netzwerktransparent, es können also auch mehrere Rechner über das Netz auf einen Scanner zugreifen.

SANE benutzen

  • InstallationSANE ist Bestandteil jeder grossen Distribution und wird über die jeweilige Paketverwaltung installiert. Wichtig ist: Es müssen sowohl das Frontend- als auch das Backend-Paket installiert werden.
  • KonfigurationSANE stützt sich auf folgende Konfigurationsdateien (Pfadangaben für Redhat-Linux):
    1. /etc/sane.d/dll.conf: Aktive Backends (Treiber) für die jeweiligen Scanner. Auf der SANE Homepage befindet sich eine Übersicht, welcher Scanner welchen Treiber benötigt. Um gegenseitige Beeinflussungen der Treiber zu vermeiden, sollten hier alle nicht benötigten Treiber auskommentiert werden.
    2. /etc/sane.d/xyz.conf: Konfiguration für Backend xyz. Hier können je nach Backend verschiedene Optimierungseinstellungen vorgenommen werden
  • ScannererkennungMit dem Befehl sane-find-scanner gibt SANE eine Liste der erkannten Scanner aus. Ist der angeschlossene Scanner enthalten, funktioniert alles weitere. Anderenfalls ist Störungssuche gefordert:
    1. Wird der Scanner überhaupt unterstützt
      (Liste auf der SANE Homepage) ?
    2. Ist der Anschluss korrekt konfiguriert und wird der Scanner hardwareseitig erkannt ?
      • USB: cat /proc/bus/usb/devices
      • SCSI: cat /proc/scsi/scsi
      • Parallelport: Unter /proc/sys/dev/parport finden sich Angaben zu den jeweiligen ParallelportsHinweis:SANE unterstützt nur wenige Parallelport-Scanner. Die Konfiguration eines bidirektionalen Parallelports ist unter Linux u.U. schwierig, ausserdem sind manche Parallelschnittstellen in den Chipsätzen der Rechner fehlerhaft und funktionieren nicht korrekt.
  • Scanner testenEin erster Test kann direkt von der Kommandozeile mit scanimage -d plustek:/dev/usb/scanner0 –format pnm > outfile.pnm

    geschehen, wobei plustek ausgewählte Backend darstellt und /dev/usb/scanner0
    den über sane-find-scanner ermittelten Device. Hier müssen die Angaben zum jeweiligen Modell verwendet werden.

    Die erhaltene Datei outfile.pnm lässt sich mit GIMP direkt betrachten.

  • FrontendsFür alle weiteren Scan-Versuche ist ein Frontend wie xsane die richtige Wahl; es ist im Frontend-Paket zu SANE enthalten.

SANE optimieren

  • FarbbalanceWenn die erhaltenen Scans fehlerhafte Farben aufweisen, ist meist eine Optimierung der Farbbalance in der Backend-Konfiguration erforderlich. Bei umax und plustek geschieht dies über die „gain“ Werte (red-gain, green-gain, blue-gain).Hinweise stehen in den Manual-Pages zu den Backends, die mit
    man sane-xyz einzusehen sind.

Probleme und Lösungen

  • Sane meldet plötzlich nach erfolgreichem Betrieb „Cant’t find scanner“Dieser Fehler tritt gelegentlich bei USB-Scannern auf, wenn ein anderes
    Anwenderprogramm den USB Bus nach Geräten durchsucht und diese benutzen
    will. Ein Beispiel ist der Konquerer von KDE mit der URI devices:/. Meist
    hilft dann nur ein Entladen und Neuladen der usb-uhci Kernelmodule
  • Scans mit Canon Lide 20 weisen einen starken Rotstich auf
    1. Dieser Fehler tritt auch mit dem aktuellen Release von Sane auf. Ein
      Workaround ist über passende „gain“ Werte möglich.

      /etc/sane.d/plustek.conf (Ausschnitt)

      option red_gain 8

      option green_gain 41

      option blue_gain 38

    2. Der Fehler ist im aktuellen Sane Snapshot behoben. Die Farbkalibrierung
      der älteren Versionen wurde zu früh beendet, wodurch der Scanner einen Rotstich bewirkte. Dies ist auch sichtbar während des Scan-Vorgangs: Die Snapshot-Version scannt mit fast weissem Licht, die Release-Version von Sane mit rötlichem Licht.Der verwendete Snapshot (sane-backends-1.0.13-gja-090104.tgz) ist auf der Sane Plustek Backend als Quellcode zu bekommen (Stand 15.04.2004).

Links zum Thema

  • SANE
    Scanner Access Now Easy- die Softwarekollektion für die Scanner-Anbindung mit Linux
  • Sane Plustek Backend
    Ein SANE Backend für Plustek-Scanner, das auch Canon LiDE Scanner versorgt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.