Kategorie-Archiv: UNIX Workstations

VGA Monitor an SGI Indy

Indy Grafikausgang

Die Silicon Graphics Indy verfügt über einen 13W3 Monitoranschluss. Dieser Anschluss ist so breit wie ein DB25 Anschluss (serielle Schnittstelle), verfügt aber nur über 10 normale Pins und drei Koaxialbuchsen. Auf diesen Buchsen liegen die Farbsignale (RGB mit Sync auf Grün). Die Pins dienen hauptsächlich der Bildung von Monitor IDs, Pin 8,9,10 liegen auf Masse. Ähnliche Buchsen finden sich auch an SUN Workstations, dort aber mit anderer Pinbelegung.
Um einen mechanischen und elektrischen Anschluss herzustellen, braucht es einen SGI 13W3 VGA Adapter. Diese Adapter sind im Internet (eBay) zu bekommen. Wichtig ist die Spezifikation für SGI Indy- SUN Adapter funktionieren nicht.
Mit dem passenden Adapter funktioniert jeder Monitor, der ein „Sync on Green“ versteht. Mein TFT Display kann das, mein 15 Zoll Röhrenmonitor auch.

Auflösung einstellen

Bei meiner Indy mit einer NG1 2D Grafikkarte stellt der IRIX X11 Server normalerweise eine Auflösung von 1280×1024 Pixel bei 72 Hz ein. Das ist leider zuviel für meinen 15 Zoll Monitor, an dem die Indy laufen soll. Um die Auflösung auf 1024×768 bei 60 Hz zu ändern, bin ich folgendermassen vorgegangen:

  • Als „root“ kann man testweise die Auflösung umstellen:
    /usr/gfx/setmon 1024x768_60

  • Der X11 Server geht aber nach wie vor von der höheren Auflösung aus und muss neu gestartet werden:
    /usr/gfx/stopgfx;/usr/gfx/startgfx &

  • Um die Auflösung auch nach einem Reboot zu erhalten, ist bei IRIX 5.3 ein Patch an der Datei /etc/init.d/xdm nötig. Die ursprünglichen Zeilen

    'start')
    if test -x $XDM; then
    if $IS_ON windowsystem && test -x $XSGI || $IS_ON xdm; then
    exec $XDM
    fi
    fi

    werden geändert, es wird hinzugefügt:

    'start')
    if test -x $XDM; then
    if $IS_ON windowsystem && test -x $XSGI || $IS_ON xdm; then
    if [ -f /var/X11/Xsgi.res ]; then
    r=`cat /var/X11/Xsgi.res`
    $XSGI &
    p=$!
    env DISPLAY=:0.0 /usr/gfx/setmon $r
    kill $p
    fi
    exec $XDM
    fi
    fi

    In die Datei /var/X11/Xsgi.res wird dann eingetragen:
    1024x768_60

X11 remote

  • Um auch Remote auf die Indy mit X11 zugreifen zu können, ist es erforderlich, auf dem verwendeten Client die nötigen PCP- und UDP Ports für den Zugirff auf den lokalen X11-Server freizugeben. Bei X11 Remote arbeitet das entfernte Gerät ja als Client und greift aktiv auf den lokalen X11 Server zu. Freigeben muss man also die Ports:
    • 6000 bis 6005/tcp
    • 7100/tcp
    • 177/udp
  • Um einen zweiten X11 Server unter Ubuntu in einem Fenster zu starten, kann Xnest genutzt werden. Meine Indy ist unter dem Namen „amrut“ erreichbar:
    /usr/bin/Xnest :1 -ac -geometry 1024x768 -once -query amrut
  • NeXTstation Mono Hardware Upgrades

    Meine NeXTstation Mono habe ich schon fertig mit Betriebssystem erhalten, eine Neuinstallation war also nicht erforderlich. Allerdings brauchte die Hardware ein Upgrade .

    RAM Upgrade

    Die NeXTstation hatte ursprünglich nur 8 MB RAM. Damit läßt sich das Betriebssystem booten und einfache Anwendungen laufen auch- aber durch permanentes Auslagern von Speicherinhalten auf die Festplatte ist das mühseelig. Also muss ein RAM Upgrade her:

    Mein Modell hat zwei SIMM Bänke mit je vier Slots für 30 polige SIMMs (mind. 100ns Zugriffszeit). Ein Upgrade braucht also mindestens vier SIMMs mit je 4 MB. 4 MB SIMMs waren Anfang/Mitte der 90er Jahre zu bekommen, aber nicht wirklich häufig- dementsprechend selten gibt es die bei eBay oder anderen Quellen. Ich konnte 4×4 MB auftreiben, leider nicht mehr.

    Der RAM Umbau ist hakelig: Die NeXTstation enthält nämlich SIMM Slots mit horizontalem Schlitz und nicht die PC-üblichen Schrägeinbau-Modelle. Vermutlich liessen sich diese Slots leichter automatisch bestücken, NeXT hatte ja eine vollautomatisierte Fertigung. In diesen Slots stecken die SIMMs aber sehr fest, man braucht eigentlich ein spezielles Werkzeug („SIMM removal Tool“). Es geht aber auch anders

    • Man biegt sich aus einem festen Metall ein Werkzeug in der Form, die unter „A“ in der Skizze zu sehen ist. Dies stellt einen kleinen Haken mit ca. 0,5-1 cm Grösse dar, dessen Spitze etwa rechtwinklig nach aussen gebogen ist. Die Spitze sollte nicht länger als einen guten halben cm sein. Mein Tool habe ich aus einem Metall-Cocktailspiess gebogen… .
    • Mit einem kleinen Schraubendreher (grüne Pfeile in „B“) hält man die Arretierungen (die roten Punkte in „B“ und „C“) zurück.
    • Dann schiebt man (siehe „D“) die kleine, umgebogene Spitze des Tools (Blau) in das Arretierungsloch des SIMM Moduls (Schwarz) und hebelt über die Kante des Hakens und den SIMM Slot (hellblau) das Modul vorsichtig heraus. Am besten geht das in mehreren Schrittchen, immer links und rechts im Wechsel. Die Module sitzen recht fest und es knirscht ein wenig beim Anheben.
    • Wichtig: Bloss nicht am SIMM Modul ziehen- damit reisst man recht zuverlässig den Slot von der Platine und das war’s dann mit der NeXTstation.



    A=SIMM Tool, B=Aufsicht, C=Seitenansicht, D=Frontansicht

    Iomega Jaz Laufwerk

    Die eingebaute Platte der NeXTstation ist mit 240 MB einfach recht klein. Für die schnelle Erweiterung empfiehlt sich ein externes Iomega Jaz-Laufwerk, die mit 1 GB oder 2 GB angeboten werden. Es wird ein Modell mit SCSI Anschluss benötigt. Diese Laufwerke sind bei eBay inkl. Medien für ca. 30,- EUR zu erhalten. Bei der Markteinführung Mitte der 90er Jahre kostete ein Laufwerk übrigens 1.200,- DM, ein Medium mit 1 GB noch 200,- DM… .

    Zum Anschluss braucht es ein SCSI-2 Kabel mit zwei 50-poligen Mini-Steckern. Das Iomega Jaz Laufwerk lässt sich per Schalter terminieren, ein externer Terminator ist also entbehrlich.

    Zur Inbetriebnahme sind folgende Schritte nötig:

    • Rechner und Laufwerk ausschalten, Laufwerk anschliessen, dann erst das Laufwerk einschalten, anschliessend die NeXTstation.
    • Nach dem Boot folgende Ergänzung in die Datei /private/etc/disktab eintragen (1 GB Medium):

      # Iomega Jaz
      #
      iomega jaz|iomega jaz 1GB|iomega jaz 1GB G.60|iomega jaz 1GB G.6002/1:\
      :ty=removable_rw_scsi:nc#1021:nt#64:ns#32:ss#512:rm#5394:\
      :fp#320:bp#0:ng#0:gs#0:ga#0:ao#0:\
      : os=sdmach:z0#64:z1#192:\
      :pa#0:sa#2045952:ba#8192:fa#1024:ca#8:da#4096:ra#10:oa=time:\
      :ia:ta=4.3BSD:aa:

      (siehe http://www.deadstart.net/NeXT/disktab/
      Wichtig: Das Leerzeichen zwischen dem Doppelpunkt und dem os bei : os entfernen! )
    • Das war’s schon- nach Einlegen eines Mediums kommt die Meldung, das Medium sei nicht lesbar und man kann ein NeXTstep- oder Macintosh-Dateisystem erzeugen.
    • Mittels Paketverwaltung lassen sich auf dieses Laufwerk jetzt auch Anwendungen installieren

    SUN SCSI Bandlaufwerk

    Um ein Bandlaufwerk an einer SUN Sparcstation 5 und Solaris 7 in Betrieb zu nehmen, sind folgende Schritte nötig:

    Anschluss herstellen

    • SCSI Kabel mit Mini D-SUB Stecker, 50-polig zur SUN und passendem Stecker zum jeweiligen Bandlaufwerk.
    • SCSI Terminator für Laufwerk (sofern nicht weitere Geräte folgen)
    • Bandlaufwerk einschalten
    • SUN Sparcstation starten

    Gerät bekanntmachen

    • Testen, ob das Bandlaufwerk erkannt wurde:

      drvconf

      Die Ausgabe muss unterhalb des SCSI Busses ein st Device anzeigen. Fehlt das, ist wahrscheinlich der Anschluss fehlerhaft (Terminator?).

    • Gerätedateien erzeugen:

      drvconfig -i st
      tapes

    Utility für Bandlaufwerk

    • Das Bandlaufwerk läßt sich unter einer Gerätedatei in folgendem Format ansprechen:

      /dev/rmt/wxyz

      wobei die Platzhalter wxyz bedeuten:

      • w: Nummer des Bandlaufwerks (0,1,…)
      • x: Banddichte
        • l = low
        • m= medium
        • h= high
        • u= ultra
        • c=compressed
      • y= ist b für BSD Kompatibilität, sonst leer (also kein Zeichen)
      • z= ist n für non-rewinding und leer (also kein Zeichen) für rewinding
    • Mit den Magnetic Tools kann dann das Laufwerk getestet werden (in diesem Beispiel ist die Gerätedatei immer w=0, x=l, b=leer und z=n, also /dev/rmt/0ln
      • mt -f /dev/rmt/0ln status zeigt den Status des Laufwerks an
      • mt -f /dev/rmt/0ln rewind spult ein Band zurück
      • mt -f /dev/rmt/0ln erase löscht ein Band
      • mt -f /dev/rmt/0ln offline gibt das Band zur Ausgabe frei

    Daten speichern

    Dies geht z.B. mit tar:

    tar -cf /dev/rmt/0ln /home

    speichert die Homeverzeichnisse der User auf Band.

    SUN Solaris Tipps

    Meine SUN Sparcstation 5 verfügt über eine SCSI Festplatte,ein SCSI CDROM Laufwerk und 32 MB RAM. Es ist kein eigener Monitor vorhanden,die Bedienung erfolgt mittels serieller Console oder über das Netz. Die SUN läuft unter Solaris 7.

    Einige Tipps und Problemlösungen:

    • Probleme mit dem CDROM Laufwerk
      Problem: Der Versuch, von CDROM zu booten (boot cdrom vom OpenProm aus) schlägt fehl. Bei einem Probing des SCSI Busses (probe-scsi) wird das CDROM Laufwerk nicht erkannt.
      Lösung: Wahrscheinlich ist das CDROM Laufwerk schlicht defekt- so war es jedenfalls bei mir. Ein Austausch gegen ein neues SCSI Laufwerk (OK, zugegeben- ein TEAC Laufwerk von 1998) hat das Problem gelöst.
    • Serielles Terminal sendet kein ESC
      Problem: Ein als Konsole angeschlossenes serielles Terminal sendet kein ESC Zeichen, obwohl es eine entsprechend beschriftete Taste gibt.
      Lösung: Bei echten seriellen Terminals lassen sich die Tasten beliebig umdefinieren. Im Einstellungsmenü des Terminals (bei mir unter F3) kann man diese Definitionen ändern. Hier fand sich unter Tastatur definitions, Functions ein Abrollmenü, mit dem sich das Senden von ESC durch die ESC Taste wieder einstellen liess.

    Links

    VGA Monitor an SGI Indy

    Indy Grafikausgang

    Die Silicon Graphics Indy verfügt über einen 13W3 Monitoranschluss. Dieser Anschluss ist so breit wie ein DB25 Anschluss (serielle Schnittstelle), verfügt aber nur über 10 normale Pins und drei Koaxialbuchsen. Auf diesen Buchsen liegen die Farbsignale (RGB mit Sync auf Grün). Die Pins dienen hauptsächlich der Bildung von Monitor IDs, Pin 8,9,10 liegen auf Masse. Ähnliche Buchsen finden sich auch an SUN Workstations, dort aber mit anderer Pinbelegung.
    Um einen mechanischen und elektrischen Anschluss herzustellen, braucht es einen SGI 13W3 VGA Adapter. Diese Adapter sind im Internet (eBay) zu bekommen. Wichtig ist die Spezifikation für SGI Indy- SUN Adapter funktionieren nicht.
    Mit dem passenden Adapter funktioniert jeder Monitor, der ein „Sync on Green“ versteht. Mein TFT Display kann das, mein 15 Zoll Röhrenmonitor auch.

    Auflösung einstellen

    Bei meiner Indy mit einer NG1 2D Grafikkarte stellt der IRIX X11 Server normalerweise eine Auflösung von 1280×1024 Pixel bei 72 Hz ein. Das ist leider zuviel für meinen 15 Zoll Monitor, an dem die Indy laufen soll. Um die Auflösung auf 1024×768 bei 60 Hz zu ändern, bin ich folgendermassen vorgegangen:

    • Als „root“ kann man testweise die Auflösung umstellen:
      /usr/gfx/setmon 1024x768_60

    • Der X11 Server geht aber nach wie vor von der höheren Auflösung aus und muss neu gestartet werden:
      /usr/gfx/stopgfx;/usr/gfx/startgfx &

    • Um die Auflösung auch nach einem Reboot zu erhalten, ist bei IRIX 5.3 ein Patch an der Datei /etc/init.d/xdm nötig. Die ursprünglichen Zeilen

      'start')
      if test -x $XDM; then
      if $IS_ON windowsystem && test -x $XSGI || $IS_ON xdm; then
      exec $XDM
      fi
      fi

      werden geändert, es wird hinzugefügt:

      'start')
      if test -x $XDM; then
      if $IS_ON windowsystem && test -x $XSGI || $IS_ON xdm; then
      if [ -f /var/X11/Xsgi.res ]; then
      r=`cat /var/X11/Xsgi.res`
      $XSGI &
      p=$!
      env DISPLAY=:0.0 /usr/gfx/setmon $r
      kill $p
      fi
      exec $XDM
      fi
      fi

      In die Datei /var/X11/Xsgi.res wird dann eingetragen:
      1024x768_60

    X11 remote

  • Um auch Remote auf die Indy mit X11 zugreifen zu können, ist es erforderlich, auf dem verwendeten Client die nötigen PCP- und UDP Ports für den Zugirff auf den lokalen X11-Server freizugeben. Bei X11 Remote arbeitet das entfernte Gerät ja als Client und greift aktiv auf den lokalen X11 Server zu. Freigeben muss man also die Ports:
    • 6000 bis 6005/tcp
    • 7100/tcp
    • 177/udp
  • Um einen zweiten X11 Server unter Ubuntu in einem Fenster zu starten, kann Xnest genutzt werden. Meine Indy ist unter dem Namen „amrut“ erreichbar:
    /usr/bin/Xnest :1 -ac -geometry 1024x768 -once -query amrut
  • Iomega ZIP Drive an SUN Sparcstation 5

    Für den Anschluss eines Iomega ZIP Drives an meine SUN Sparcstation 5 mit Solaris 7 als Betriebssystem ist ein wenig Handarbeit nötig. Vor allem dann, wenn das Laufwerk in ein Original SUN SCSI Gehäuse (Modell 411) eingebaut werden soll.

    Hardware

    ZIP Laufwerke mit SCSI Anschluss sind mittlerweile nur noch über Gebrauchwaren-Händler und Online-Auktionshäuser zu bekommen. Preislich sind sie recht günstig, sodass bei alten Systemen ein Einbau lohnt, wenn ein grösserer Wechseldatenträger benötigt wird.

    Für das ZIP Laufwerk hatte ich einen alten SCSI Streamer in einem SUN Modell 411 SCSI Gehäuse zur Verfügung. Zum Einbau des Iomega ZIP Laufwerks sind ein paar Kunstgriffe nötig:

    • ZIP Laufwerke sind 3 1/2 Zoll im Einbaumass. Das SUN Gehäuse ist aber ein 5 1/4 Zoll Gehäuse. Es braucht also einen passenden Einbaurahmen mit einer Frontblende (gibt’s auch in Online-Auktionshäusern).
    • Um das Gehäuse zu öffnen, benötigt man einen dünnen Schraubendreher oder einen Drahtstift.
      1. Man stelle das Gehäuse mit der Front nach vorn vor sich hin.
      2. An den Seiten sind links und rechts Lochmuster in den Wandungen.
      3. Man drücke mit dem Schraubendreher an der linken und an der rechten Seite in das 3.Loch von hinten und 3.Loch von oben- dahinter befindet sich eine Arretierung, die den Gehäusedeckel entriegelt.
      4. Er lässt sich dann nach oben und vorn aufklappen. An der Vorderseite sind unten zwei Plastiknasen, die in den unteren Gehäuseteil eingreifen. Daher sollte hier vorsichtig zu Werke gegangen werden.
    • An der Unterseite befindet sich eine Plastiklasche. Diese muss mit einem Schraubendreher ca. 1/2 cm aufgebogen werden. Dann kann das eingebaute Laufwerk nach vorn herausgezogen werden.
    • Der Kontakt zum SCSI ID Wahlschalter ist ein Folienkabel mit angelöteten Jumpern (3x). Es lässt sich durch Unterhaken mit einem Schraubendreher von den Pfostensteckern am Laufwerk lösen.
    • An der Unterseite des Laufwerks ist eine Metallplatte verschraubt. Diese wird abgeschraubt und an das ZIP Laufwerk angeschraubt.
    • Bei meinem Gehäuse war das Flachbandkabel „auf dem Kopf“ montiert, Ader Nr. 1 war an der linken statt der rechten Seite. Das Kabel war auch zu kurz, um es in sich drehen zu können. Man kann jedoch einfach auf der Rückseite die vier Schrauben rechts und links der SCSI Buchsen lösen. Dann kann die Platine mit den Buchsen herausgenommen und gedreht wieder eingebaut werden.

    Software

    Das Laufwerk musss angeschlossen, eingeschaltet und mit einer Diskette versehen sein.

    • SUN Solaris 7 kann prinzipiell mit den ZIP Laufwerk umgehen, es benötigt lediglich eine Spezifikation des Laufwerks in /etc/format.dat:

      disk_type = "Zip" \
      : ctlr = SCSI\
      : ncyl = 2046 : acyl = 2 : pcyl = 2048 : nhead = 2\
      : nsect = 40 : rpm : bpt = 20480

      partition = "Zip" \
      : disk = "Zip" : ctlr = SCSI \
      : 2 = 0, 192480 : 2 = 0, 1159168

    • Nun ruft man nacheinander die Befehle drvconfig und disks auf, um die Gerätedateien zu erzeugen.
    • Anschliessend ruft man den Befehl format auf:
      • Auswahl des Drives aus dem Plattenmenü, es sollte an der Angabe
        < drive type unknown >
        erkennbar sein. Bei mir ist das Gerätedevice die /dev/dsk/c0t5d0s0

      • Disk type angeben, hier sollte der oben genannte Typ auftauchen („ZIP“).
      • Aus dem format-Menü wird mit „Label“ der Typ für das Laufwerk eingetragen
      • Dann wird eine Partition angelegt (Defaults übernehmen)
      • Dann kann die Partition formattiert („Format“ im Menü) und mit „Volname“ ein Name zugeordnet werden.
    • Dann ist mit newfs /dev/dsk/c0t5d0s0 ein Dateisystem auf dem Datenträger zu erstellen. Das dauert ca. 10 min.
    • Mit mount -F ufs /dev/dsk/c0t5d0s0 /mnt lässt sich die Disk dann nach /mnt mounten
    • Nach umount /mnt kann sie mit eject ausgeworfen werden.

    Bereinigungsproxy für das Surfen mit alten Rechnern

    Jeff Keacher hat ein Python-Script geschrieben, das als HTTP Proxy arbeitet und Webseiten von allen neueren Tags bereinigt, die Browser auf alten Rechnern nicht verstehen. Das Scrpt lässt sich auf GitHub als ZIP Datei herunterladen. Den aufbereiteten Seiten fehlt zwar meist ein schickes Layout, dafür sind sie schneller geladen und die unbekannten Tags gefährden alte Browser nicht mehr- die stürzen nämlich gern mal ab, wenn sie auf unbekannte Tags stossen.

    Hier ist eine kleine Installationsanleitung für den Betrieb auf CentOS:

    Script in einem Verzeichnis auspacken:

    unzip macproxy-master.zip

    Sofern noch nicht geschehen, muss man den Python Installer PIP installieren. Der liegt im EPEL Repository, das ich noch nicht hinzugefügt hatte und daher auch installieren musste:

    wget http://mirror-fpt-telecom.fpt.net/fedora/epel/6/i386/epel-release-6-8.noarch.rpm
    rpm -ivh epel-release-6-8.noarch.rpm

    PIP kriegt man dann mit

    yum install python-pip

    Mit PIP kann man anhand der Datei requirements.txt aus dem macproxy- Verzeichnis dann die fehlenden Python-Module nachladen:

    pip install -r ./requirements.txt

    Dann lässt sich der macproxy starten:

    python ./proxy.py

    Der Proxy läuft auf Port 5000/tcp und lauscht auf allen Interfaces des Linux Servers. Er schreibt jede Menge Logmeldungen nach STDOUT. Für den Dauerbetrieb schiebe ich die ins Datennirvana:

    nohup python ./proxy.py > /dev/null 2>&1 &

    SUN OS 4.1 Besonderheiten

    SunOS 4.1 stammt besitzt einige Besonderheiten, die in der Praxis für Verwirrung und Probleme sorgen. Ich sammle in diesem Artikel meine kleinen Tipps zu diesem Betriebssystem:

    • DNS und NIS

      SunOS 4.1 setzt NIS voraus, damit DNS funktioniert. Auch bei korrekter Konfiguration in /etc/resolv.conf wird DNS nur benutzt, wenn der NIS Server erreichbar ist. Ist NIS nicht verfügbar, wird nur die /etc/hosts Datei zur Namensauflösung genutzt. Eine /etc/nsswitch.conf Datei kann man sich sparen- diesen Mechanismus hat SUN erst mit SunOS 5 eingeführt.
      Alle relevanten Binaries sind gegen eine LIBC kompiliert, die dieses Verhalten zeigt. Eine Lösung liegt im Neukompilieren mit einem besseren DNS Resolver, siehe ftp://ftp.uni-potsdam.de/pub/unix/clients/resolv+2.1.1.tar.Z

    • Netscape 2.x und DNS

      Einige Netscape-Varianten sind bereits statisch gegen den NIS-unabhängigen Resolver gelinkt und nutzen daher die Namensauflösung auch ohne NIS. Netscape 2.02 liegt hier: ftp://ftp.uni-potsdam.de/pub/WWW/clients/netscape/2.02/unix/netscape-v202-export.sparc-sun-sunos4.1.3_U1.tar.gz. Das Archiv enthält das Binary „netscape_dns“ mit einer funktionierenden Namensauflösung.

    SunOS 4 ist das Betriebssystem meines RDI Britelite IPX Laptops.

    SGI Indy NVRAM Batterie leer

    Nach einiger Zeit der Betriebruhe zeigte meine SGI Indy einige merkwürdige Fehler:

    • Die Netzwerkschnittstelle konnte nicht initialisiert werden, stattdessen erschien beim Boot die Meldung Failed to configure ec0
    • Die Indycam liess sich nicht ansteuern, das Video Control Panel war nicht zu starten
    • Programme starteten erst nach längerer Wartezeit
    • Die Tastatureinstellungen sind auf US zurückgestellt.

    Die Ursache liegt in der Batteriepufferung des NVRAM. Die Batterie im Dallas Uhrenchip ist nach mittlerweile 20 Jahren einfach leer. Abhilfe schafft das Austauschen des Chips und ein Neuprogrammieren des NVRAM.

    Einstellungen

    Als Workaround kann zumindest das Netz wieder reaktiviert werden. Die MAC Adresse der Ethernetkarte liegt nämlich ebenfalls im NVRAM. Dazu geht man so vor:

    • System starten
    • „Configuration mode“ auswählen
    • im Menü „Command Monitor“ auswählen
    • das Kommando

      setenv -f eaddr 08:00:69:nn:nn:nn

      absetzen, wobei nn:nn:nn für die Seriennummer der Indy steht. Meist ist ein entsprechender Aufkleber auf der Rückseite angebracht.

    • Command Monitor schliessen und das System über das Menü starten

    Jetzt sollte das Netz wieder gehen. Die Einstellungen bleiben aber nicht erhalten, weil das NVRAM ja keinen Strom mehr hat.

    Chip wechseln

    Sollen die Einstellungen dauerhaft sein, muss man den NVRAM Chip wechseln, denn ähnlich wie bei anderen Workstations und anderes als bei PCs oder Macintosh Systemen verfügt die Indy nicht über eine wechselbare Batterie. Stattdessen benötigt man einen Dallas DS1386-8K-150 RAMified Timekeeper 9532E 064885 Baustein. Bei eBay hat man oft Glück, einen passenden Chip zu finden. Bei mir kam er aus Hongkong für ca. 10 EUR und wurde nach 2 Wochen geliefert.

    Nach Öffnen des Gehäuses (Netzstecker ziehen!) sieht man den Chip gleich vor den Festplatten und rechts neben der Strombuchse der Platten. Zum Wechseln sollte man den Stromstecker der Platten abziehen, um etwas mehr Platz zu haben. Mit einem umgebogenen Schraubendreher kann man dann versuchen, den Chip ein wenig anzuhebeln, zwischen Chip und DIL Fassung zu kommen und dann den Chip ganz herauszuhebeln. Aber Vorsicht: niemals mit Gewalt am Chip ziehen, sonst reisst man die Fassung aus der Platine und hat im schlimmsten Fall Totoalschaden. Der neue Chip wird dann vorsichtig in die Fassung gesteckt (Orientierung beachten!) und ohne zu verkanten eingedrückt, am besten schrittweise und unter Kontrolle von der Seite. Einen falsch eingesteckten Chip wird man ohne Verbiegen der Beinchen nicht wieder entfernen können- der erste Versuch muss also gelingen!

    Ist alles gut gegange, startet die Indy wieder, die LED wird grün und man kann wie oben beschrieben die MAC Adresse setzen. Dann sollte man einmal mit init die Indy neu starten und mit printenv nachsehen, ob die Einstellungen noch vorhanden sind. Wenn ja, kann man die Indy mit off ausschalten, 1-2 min. warten und nochmals nachschauen. Ist dann die Adresse noch vorhanden, ist die Aktion geglückt.

    Sicherheitshalber: Alle Angaben ohne Gewähr, Wiederholung auf eigenes Risiko!